11.12.2023
A staade Zeit ist der Advent nicht
Wer da glaubt, der Advent gehöre zur „staadn Zeit“ unterliege einem Irrtum. Diese Ansicht vertrat Pfarrer Ernst Kögler in seiner Begrüßung mit Verweis zum einen auf das hektische Konsumtreiben und zum anderen auf einen erwartungsvollen Abend, umgeben von herrlicher Musik. Diesen garantierte die Musikkapelle Bad Feilnbach mit einem hochkarätigen Adventskonzert in der vollbesetzten Pfarrkirche Herz Jesu als Konzertsaal. Das Repertoire, ganz nach dem Geschmack der vielen Liebhaber exzellenter Blasmusik, hatte Dirigent Stefan Kirchberger zusammengestellt und mit seinen Musikerinnen und Musikern in voran gegangenen Proben einstudiert.
Ziel des unvergänglichen weltlichen und vorweihnachtlichen Kirchenkonzert war nach Ansicht von Vitus Reger als Sprecher, dem Herrgott zu danken und die Konzertbesucher auf Weihnachten einzustimmen und vorbereiten. Dies gelang der traditionsreichen Musikkapelle nach einem grandiosen Eröffnungsfestmarsch mit Friedrichs Bonhöfers Gedicht und von Karl Scharnagl musikalisch arrangierten Werks „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Das Ergebnis einer vorbildlichen Nachwuchsarbeit bestätigte die „Biberl-Musi“ unter der Leitung von Barbara Obermaier mit zwei traditionellen Weihnachtsliedern. Zauberhaft und melancholisch faszinierte Andreas Kriechbaumer mit einem Posaunen-Solo zur Titelmelodie „Bilitis“ von Fancis Lai. Die „Tegerngauer Weihnachtsweis“ erwies sich als Spezialität der eigenen Quintettbesetzung. Das Klarinetten-Septett bestätigte seine Spitzenform mit dem Stück „Die Bayerische Adventsmusi“ von Karl Edelmann und Martin Killinger überzeugte als Flügelhornsolist zu Peter Leitners Komposition „My Dream“. Bleibend in den Gehörgängen verankert blieben der Prozessionsmarsch „Laudamus“ von Franz Watz sowie der Welthit der Gruppe ABBA und für Blasmusik arrangiert von Karl Scharnagl „The way old friends do“ sowie als Höhepunkt des offiziellen Programms, das „Transeamus“ von Josef Ignaz Schnabel. Nach langanhaltendem Schlussapplaus dankten Stefan Kirchberger und seine Feilnbegga Musi mit einem kraftvollen und brillant gespielten „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Haendel.
Heitere und auch nachdenkliche Wortbeiträge, Geschichten und Anekdoten hatte Vitus Reger als Ansager zur Überbrückung der klangvollen Darbietungen vorbereitet. Etwa Erinnerungen an Erlebnisse von einem Nikolaus der im Leitzachtal wirkte oder die Feststellung, dass Weihnachten zu einem Gewohnheitsfest geworden und verkommen sei. Der Advent, mittlerweile zu einer hastigen Zeit mutiert, solle nach Regers Empfehlung nicht verschandelt werden. Vielmehr wäre ein Stückerl Ruhe mit innerlicher Wärme sehr ratsam. Mit Blick auf den immer dünner werdenden Blattkalender, solle mancher Mensch bedenken: Jeder neue Tag bringt das, was im großen Buch der Ewigkeit geschrieben und aufgesetzt ist.
Der Eintritt war frei. Freiwillige Spenden ohne klimpernde Nebengeräusche kommen der Bad Feilnbacher Musik- und Singschule zugute, deren Vereinsgründung laut Sepp Dostthaler im März 2024 erfolgen soll.
Bad Feilnbach, den 11.12.2023
P. Strim








